Was waren nochmal Influencer?

Influencer klingt erstmal nach einer furchtbar schlimmen Geschlechtskrankheit, ist aber tatsächlich eine Art Beruf des 21 Jahrhunderts. Überspitzt gesagt sind Influencer wie Prostituierte, nur das Prostituierte Ihren Körper verkaufen und Influencer aber zusätzlich gleich die eigene Würde.

So ein Influencer ist wie ein riesiger Gangbang. Haben Sie als Hersteller das nötige Kleingeld, dann dürfen Sie ihr Produkt auch einmal in den Influencer stecken, pardon, ich meinte natürlich platzieren. Was genau Sie bezahlen müssen, hängt von der Reichweite des Influencers ab, je größer diese ist, desto größer ist das Potenzial an Neukunden und umso teurer wird es.
Sie können das ganzen mit Männern vergleichen, deren Penis sehr klein ist. Also je kleiner der Penis ist, umso größer ist die Investition die er tätig, um allen zu zeigen, dass er natürlich den größten hat.

Gut, der ein oder andere wird sich an dieser Stelle fragen was genau in der Gesellschaft schiefgelaufen ist, dass eine einzige Meinung plötzlich so viel zählt. In der Vergangenheit Deutschlands haben wir mit einem solchen Vertrauen eher weniger gute Erfahrung gemacht.
Aber der heutige Konsument hat es eben gerne einfach, also warum nicht die Produkte kaufen, die der Influencer als „Absolutes Lieblingsprodukt“ betitelt, schließlich würde er doch nie lügen!

Eigentlich könnte man mit seiner Reichweite durchaus wichtigere Innhalt verbreiten, z.B. Rassismus ist scheiße, Nachhaltigkeit ist wichtig oder jeder Mensch ist wunderschön. Das wäre super für die Gesellschaft, aber schlecht für das Konto. Eine bestimmte Meinung zu vertreten könnte der Reichweite schaden und als Medienhure lebt es sich lukrativer.

Natürlich gibt es auch Influencer die sich mit wichtigen Themen auseinandersetzen und versuchen, diesen Ort zu einem besseren Ort zu machen, aber die sind eher in der Unterzahl.
Die Mehrheit bilden irgendwelche Neureichen Fashion Mädchen, die ein durchschnittliches Monatsgehalt dafür bekommen, dass diese ein Foto von sich mit einem Pulli hochladen.
Okay, andere Menschen leisten wirklich wahre Wunder in ihrem Beruf, aber ein Foto zu schießen bei dem das Produkt richtig in Szene gesetzt wird, dass kann natürlich nicht jeder.
Wichtiger als ein reines Gewissen ist natürlich die Anzahl der „Likes“.
Das ist gerade die angesagte Währung für alle Menschen, die eine Aufmerksamkeitssucht haben.
Die Anzahl der „Likes“ gibt dann natürlich an, was für ein unglaublicher krasser Mensch man ist.
Und wird wohl in den nächsten Jahren dann auch im Bewerbungsschreiben stehen, um einfach richtig Eindruck zu schinden.

An dieser Stelle muss man schon anmerken, dass es recht bemerkenswert ist, dass man einen Menschen schlicht und ergreifend auf seine Reichweite reduzieren kann.
Aktuell sind wir dabei, dass die Menschen nicht alleine auf ihre Herkunft reduziert werden, da hat sich die neue Generation gleich was moderneres gesucht, auf das man nun reduzieren kann.

Der Influencer selbst hat es noch nicht so recht verstanden, er ist der Auffassung er sei eine Person der Öffentlichkeit, sozusagen ein selbstgemachtes Model oder gar Schauspieler und ein Vorbild für viele junge Menschen.
Schließlich werden Influencer auch gerne in Talkshows eingeladen, natürlich nicht um deren Reichweite auszunutzen, nein!
Ein Influencer ist dann eben ein Experte für irgendetwas was er eben repräsentiert, so genau weiß das der Redakteur und Zuschauer auch nicht, aber egal.
Der Influencer grinst, der Firmenchef reibt sich die Hände und der Zuschauer bewundert eine Litfaßsäule die sprechen kann.

Aber wo wären wir nur ohne diese ganzen großartigen Influencer?
Ich würde wahrscheinlich ohne diese ganzen Fashion Blogger nicht wissen, ob die Hose über den Kopf oder das Bein gezogen wird.
Zudem sorgt eine Bibi mit ihren tollen Duschschäumen dafür, dass Kinder ihr Geld nicht für Drogen ausgeben, sondern eben für einen Duschschaum.
Lesen Sie den letzten Satz gerne noch einmal und lassen sich diesen auf der Zunge zergehen. Wenn Sie sich jetzt fragen was ein Duschschaum ist, dann machen Sie sich keine Sorgen.
Sie haben weder was verpasst noch etwas nicht verstanden.
Ein Duschschaum ist im Grunde nur Seife, die man nicht mehr zum schäumen bringen muss.
Der Schaum kommt schon fertig aus einer umweltfreundlichen Aluminiumdose.
Was genau der Mehrwert an dem Ganzen sein soll ist mir leider auch noch nicht klar.
Das Menschen nicht in der Lage sind, ein normales Stück Seife zum schäumen zu bringen, macht mir gerade auch eher etwas sorgen wenn ich ehrlich bin.

Aber immerhin kommt es von Bibi.
Ja, die feine bürgerliche Bibi, für die nur das Wohl ihrer Fans im Vordergrund steht und nicht ihr eigenes. Natürlich wird der Duschschaum bestimmt auch ganz allein von ihr in mühsamer Handarbeit abgefüllt, bemalt und mit dem Hintern trocken geblasen.
Das Dient natürlich nicht der Habgier, sondern viel mehr der guten Sache.

Vor einiger Zeit haben wir uns noch über die Werbung im Fernsehen aufgeregt und sind ins Internet geflüchtet. Jetzt haben wir der Werbung einfach ein paar lustige Gesichter gegeben und sie im Internet zu “Stars“ gemacht.
Bald erlebt dann QVC sein großes Coming Back. Sie können mit einer VR Brille gleich direkt das Studio betreten und anhand ihrer Herzfrequenz werden gleich all die Produkte bestellt, die ihr Herz haben höherschlagen lassen.

Schöne neue Welt.
Der Influencer verkauft und grinst und irgendwo auf der Welt stirbt dafür ein Kaufmann im Einzelhandel.
Schon gespannt welcher Influencer zuerst einen „Sponsored Post“ für den Teufel machen wird.

Insofern bleibt zusagen: Preiset den Influencer, Halleluja!“

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